Noch zwei Monate, dann hätte er die 33 Jahre bei Berner voll gehabt. Doch jetzt ist Schluss. Sein 65. Geburtstag sei ihm zuvorgekommen, erzählt Edmund Strauß ein wenig bedauernd. In dieser Woche verabschiedete das Großhandelsunternehmen aus Künzelsau seinen langjährigen Mitarbeiter in den wohlverdienten Ruhestand.

Zu Berner kam Strauß 1987 als Außendienstmitarbeiter. Davor hatte der gelernte Maschinenbauer erste Vertriebserfahrung bei einem Baustoffhändler in ganz Europa gesammelt. Das Problem: Für die Familie blieb kaum Zeit. Auch bei Berner war er die meiste Zeit für seine Kunden unterwegs, konnte abends aber wieder daheim sein. „Das Unterwegssein wird mir sicher erst einmal fehlen“, räumt der 65-Jährige aus Mühlacker ein, der zuletzt als Account Manager die Daimler-Werke in Süddeutschland betreute.

Wie bei einer großen Familie

Dem Unternehmensstandort in Künzelsau fühlt sich Strauß nach den vielen gemeinsamen Jahren eng verbunden. Als Außendienstmitarbeiter mit der Nummer 114 hatte er noch die Anfänge in der Hofratsmühle und den Umzug des Firmensitzes auf den Garnberg miterlebt. „Das war hier wie bei einer großen Familie“, erinnert er sich gerne. Stolz ist er auf sein großes Produktwissen. Das Berner-Sortiment mit rund 75.000 Artikeln beherrscht er aus dem Effeff. „Unsere Produkte habe ich fast alle in meinem Kopf abgespeichert“, sagt Strauß, der sich früher noch durch dicke Papierkataloge wälzte. Auch deshalb hätten sich seine Kollegen immer wieder gerne bei ihm Rat geholt.

Große Menschenkenntnis gewonnen

Aus seiner Zeit bei Berner nimmt der künftige Ruheständler eine große Menschenkenntnis mit. „Im Vertrieb habe ich sehr viel über die Menschen gelernt“, sagt Strauß. Als Außendienstmitarbeiter müsse man sich auf die verschiedensten Persönlichkeiten einstellen – vom Geschäftsführer bis hin zum Handwerker im Ein-Mann-Betrieb. „Der Kontakt mit den Menschen und die große Abwechslung haben für mich den großen Reiz meines Berufs ausgemacht“, betont er.

Doch jetzt beginnt für Strauß ein neuer Lebensabschnitt. Und auch da werde ihm sicher nicht langweilig. Denn nun bleibe mehr Zeit, sich zuhause in Mühlacker intensiv um den Naturschutz, die Jagd und seine Tiere zu kümmern.

Foto: © Berner Deutschland