Nach den umfangreichen Um- und Ausbaumaßnahmen des vergangenen Jahres hat Berner abermals in das Logistikzentrum am Firmensitz auf dem Garnberg investiert. Insgesamt floss ein sechsstelliger Betrag in die Modernisierung der Fördertechnik im Pick-Pack-Lager – einem von vier Hochregallagern des B2B-Spezialisten. Dort werden die Sammelbehälter mit bestellten Waren jetzt von zwei neuen Senkrechtförderern auf verschiedene Etagen transportiert.

Die fünf bzw. sechs Meter hohen Anlagenteile sind deutlich wartungsfreundlicher als die bisherigen Vorgängermodelle. Grund: Statt Stahlketten kommen jetzt Gummiblockketten zum Einsatz, die nicht mehr regelmäßig nachgespannt, justiert oder geschmiert werden müssen. Wie interne Messungen zeigen, konnte durch den Austausch der Geräuschpegel im Bereich der Fördertechnik um bis zu 5 Dezibel reduziert werden. Die Maßnahme trägt damit auch zu einer weiteren Verbesserung der Gesundheitsprävention am Arbeitsplatz bei.

Mithilfe zweier zusätzlich installierter Plattformen ist es Berner darüber hinaus gelungen, die Geschwindigkeit der Förderer bei gleichhohem Durchsatz um 10 bis 20 Prozent zu verringern. Mechanik und Bauteile werden in Folgen dessen künftig sehr viel weniger stark beansprucht. Das schont das Material – und spart so mittel- und langfristig bares Geld.

Schlankere Entsorgungsprozesse

Weitere Kosteneinsparungen ermöglicht zudem eine noch einmal deutlich verschlankte Entsorgung. Jährlich fallen bei Berner circa 240 Tonnen Kartonage an. Diese werden seit Kurzem mit zwei halbautomatischen Ballenpressen der Strautmann Umwelttechnik GmbH, die zentral an den Hauptanfallstellen positioniert sind, verdichtet: Ein „AutoLoadBaler“ steht im Wareneingang des Logistikzentrums, der andere im Kommissionierlager.

Der AutoLoadBaler hat ein ganz wichtiges Alleinstellungsmerkmal. Der Sammelwagen wird einfach eingeschoben und ausgeleert, jeder kann mit diesem System umgehen. Das Handling bei allen anderen Systemen ist viel aufwendiger. (Berner Mitarbeiter Daniel Kleiner)

Die Kartonage wird in über 30 Wagen gesammelt und zur Presse gefahren. Wenn ein Sammelwagen voll ist, wird dieser in die Seite der Ballenpresse geschoben. Ein Knopfdruck – und der Sammelwagen entleert sich in Sekundenschnelle von alleine. Der jeweilige Mitarbeiter kann so direkt mit seiner Arbeit fortfahren und muss keine Kartonage manuell einwerfen. „Wir haben mit dem AutoLoadBaler ein geschlossenes System“, erklärt Daniel Kleiner. „Das ist mir als Fachkraft für Arbeitssicherheit besonders wichtig. Es gibt keine Möglichkeit, bei laufender Maschine einzugreifen.“

Vorher wurde die Kartonage in verschiedenen Behältnissen gesammelt und schließlich per Stapler zum außenstehenden Presscontainer gefahren. Die Entleerung der Sammelbehälter war nur per Hubwagen und Stapler möglich, dementsprechend hoch war der Staplerverkehr. Der Presscontainer wurde ca. jeden zweiten Tag abgeholt, was die Handlings- und Transportkosten erhöhte. Hinzu kam: Der Presscontainer blockierte einen Rampenplatz, der dringend benötigt wurde.

Die zentrale Aufstellung der Presse bedeutet nun geringere Laufwege, keine Entsorgung bei Wind und Wetter und ein Rampenplatz, der frei zur Verfügung steht. Die Entsorgung ist insgesamt schneller und bequemer.

Daniel Kleiner: „Auch die Wirtschaftlichkeit hat sich deutlich verbessert. Aufgrund des Wegfalls der Containermiete, hoher Erlöse und des reduzierten Zeitaufwands haben wir eine Kosteneinsparung von 46.000 Euro pro Jahr.“

6.000 Paketsendungen täglich

Berner beliefert aus Künzelsau das ganze Bundesgebiet. Der Markt in der Schweiz wird ebenfalls abgedeckt. Das 15.000 m² große Logistikzentrum wurde 1988 errichtet und im Laufe der Jahre sukzessive erweitert. 125 Mitarbeiter sorgen hier aktuell dafür, dass täglich Tausende Artikel versandfertig gemacht werden – von Ersatzteilen über chemische Produkte bis hin zu Werkzeugen oder Arbeitsschutzausrüstung. Jeden Tag verlassen rund 6.000 Paketsendungen und 100 Palettenlieferungen mit einem Gesamtgewicht von über 65 Tonnen das weitläufige Firmengelände am Garnberg.

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