Pole Position, Start-Ziel-Sieg, Sieg in der Juniorwertung und schnellste Rennrunde – so erfolgreich stellte sich das vergangene Wochenende für unseren Partner MRS GT-Racing dar. Ort des Geschehens: Der malerisch gelegene Red Bull Ring in Spielberg, der Veranstaltungsort für die Saisonläufe fünf und sechs der ADAC GT Masters war. Aus Österreich berichtet unsere Rennexpertin Konstanze Eichner.

Beim morgendlichen Qualifying am Samstag war es der erst 21-jährige Nicolai Sylvest, der den BMW M6 GT3 auf die Pole Position stellte. Mit einer Zeit von 1:28.539 ließ er seinen 29 Mitstreitern keine Chance und fuhr so zur ersten Qualifikationsbestzeit in der laufenden Saison. Am frühen Nachmittag war es dann ebenfalls Nicolai Sylvest, der einen sehr guten Start hinlegte und auch als erster in Kurve eins einbog.

Packendes Rennen

Zum Boxenstopp kam der junge Däne mit einem knappen Vorsprung von etwas mehr als einer Sekunde und übergab das Steuer an seinen Fahrerkollegen Jens Klingmann. Nach einem perfekten und fehlerfreien Stopp konnte Klingmann die Führung behaupten und auf etwas mehr als 2 Sekunden ausbauen. In der letzten Viertelstunde des Rennens bekam Klingmann jedoch nochmal „Feuer unter dem Dach“, denn die auf Platz zwei liegende Corvette machte Runde um Runde immer wieder einige Zehntel gut. Der routinierte BMW-Werkspilot ließ jedoch nichts anbrennen und überquerte nach einem packenden Rennen als erster die Zielflagge.

© MRS/Axel und Linda Weichert

Nicolai Sylvest drehte nicht nur die schnellste Rennrunde, sondern sicherte sich zudem durch dieses Ergebnis den ersten Rang in der Juniorwertung. Nach dem Rennen sagte er: „Ich bin natürlich superbegeistert, was wir zusammen – Jens, das Team und ich – erreicht haben. Ich bin schon etwas sprachlos. Mein Start war gut. Danach war es schwierig, den Abstand zum Porsche auf Platz zwei zu halten. Ich wusste, wenn ich einen Fehler mache, ist der Porsche da. Jens hat in der Schlussphase einen tollen Job gemacht. Er hatte viel Druck von der Corvette. Ich war in der Box meganervös, aber wir hatten großes Vertrauen in Jens und er hat den Sieg ins Ziel gebracht.“  

© MRS/Axel und Linda Weichert

Im Qualifying am Sonntagmorgen konnte Jens Klingmann den MRS Boliden auf einen guten 5. Platz stellen. Am Sonntagnachmittag übernahm Jens Klingmann schließlich den Start in den sechsten Saisonlauf der ADAC GT Masters, mit an Bord allerdings auch 30 Kilogramm Erfolgsballast durch den Sieg am Vortag. Dieses Zusatzgewicht sollte sich im weiteren Verlauf als hinderlich herausstellen, denn gerade ein voller Tank geht auf dem Red Bull Ring stark auf die Bremsleistung und führt zu hohem Reifenverschleiß. Zwar waren die Rundenzeiten durchweg gut, allerdings war an einen Angriff zum Überholen nicht zu denken. Nach einem abermals sehr gelungenen Boxenstopp beendete Nicolai Sylvest das Rennen als sehr guter Vierter und belegte ein weiteres Mal den ersten Rang in der Juniorwertung.

© MRS/Axel und Linda Weichert

Karsten Molitor (Teamchef): „Endlich haben wir den verdienten Lohn eingefahren, nachdem wir gerade zuletzt in Most so unglaublich viel Pech hatten. Ein Riesenlob an unsere gesamte Mannschaft, die über das ganze Wochenende hinweg einen fehlerfreien und perfekten Job abgeliefert hat. Eben genau das ist nötig, um bei den GT Masters ganz vorne mitzufahren. Unsere beiden Fahrer sind ein tolles Gespann und waren sensationell aufgelegt. Bemerkenswert finde ich noch, dass unser BMW nicht ein einziges Mal wegen Track-Limits auffällig geworden ist, man kann also der Schnellste sein und sich dabei dennoch an die Vorgaben halten. Respekt vor allen Beteiligten und ein riesen Dankeschön.“

© MRS/Axel und Linda Weichert

Nicht nur die GT3 Abteilung von MRS GT-Racing war am vergangenen Wochenende sehr erfolgreich, sondern auch das unter dem Namen MRS Besagroup Racing operierende Team, konnte mit einer großen Punkteausbeute glänzen.

Thomas Tekaat sorgte gleich beim Qualifying am Samstagmorgen für große Freude im Team, da er mit dem BMW M4 GT4 die Pole Position für das Rennen am Samstagnachmittag holte. Auch das Schwesterfahrzeug konnte überraschen, denn Trophy Fahrer Stefan Grotstollen erreichte einen Startplatz in der zweiten Startreihe und fuhr die viertschnellste Rundenzeit.

© MRS/Axel und Linda Weichert

Beim Rennen am Samstagnachmittag verlor Thomas Tekaat zunächst seine Führungsposition, konnte diese dann aber einige Umläufe später wieder zurückerobern. Das Duo Grotstollen / Braun im Schwesterauto kämpfte sich bis zum Rennende auf einen sensationellen 3. Gesamtrang nach vorn und siegten dabei auch in der Trophy-Wertung (Fahrer ohne professionellen Hintergrund). Franjo Kovac, der das Auto von Thomas Tekaat beim Boxenstopp übernahm, sah sich heftigen Zweikämpfen ausgesetzt die teilweise einen unglücklichen Ausgang nahmen. Am Ende stand jedoch immerhin noch der 4. Rang in der Trophy-Wertung.

Freud und Leid

Im zweiten Rennen, das am späten Sonntagnachmittag ausgetragen wurde, lagen dann Freud und Leid dicht beieinander. Während Georg Braun bis zum Boxenstopp sagenhafte acht Plätze gutmachen konnte und den BMW M4 GT4 an Stefan Grotstollen in Position acht liegend übergab, kam Franjo Kovac erst gar nicht bis zum Boxenstoppfenster. Das Auto mit der Nummer 15 erlitt einen Kühlerschaden und musste vorzeitig auf der Strecke abgestellt werden. Nachdem Stefan Grotstollen zwei weitere Positionen gutmachen konnte, überquerte er schließlich als sechster im Gesamtklassement und Zweitplatzierter in der Trophy-Wertung den Zielstrich.

© MRS/Axel und Linda Weichert

Iris Dorr (Teamchefin): „Unglaublich was unsere Trophy Fahrer da abgeliefert haben, da müssen sich so manch junge Kollegen ganz schön lang machen. Ein Gesamtpodium in einem solchen starken Fahrerfeld ist aller Ehren wert. Auch die Punkteausbeute in der Trophy-Wertung kann sich sehen lassen, Stefan und Georg gehen nun als Tabellenführer in ihre Sommerpause. Sehr schade, dass der Pole Position von Thomas Tekaat kein Spitzenergebnis folgte, aber immerhin konnte sich Franjo Kovac beim Samstagsrennen wertvolle Punkte sichern. Wir freuen uns schon auf das nächste Rennen.“

© MRS/Axel und Linda Weichert

Aus den österreichischen Bergen geht es jetzt an die See. Die nächsten Rennläufe bestreitet die Mannschaft von MRS GT-Racing in Zandvoort (Niederlande).

Fotos: © MRS/Axel und Linda Weichert