Tief „Kim“ zieht in dieser Woche heran – und bringt laut Meteorologen nicht nur frostige Polarluft und Graupelschauer mit sich, sondern sorgt in vielen Regionen Deutschlands erstmals auch für Schnee. In den Wintermonaten gilt die Räum- und Streupflicht – Hierbei ist einiges zu beachten:

  • Neben dem Bürgersteig vor dem Haus müssen auch der Eingangsbereich und die Wege zu den Mülltonnen von Schnee und Eis befreit werden. Wie viel und wann geräumt werden muss, ist in den Gemeinden unterschiedlich geregelt. Im Zweifel sollte man bei den zuständigen Behörden vor Ort nachfragen. Üblich ist ein Streifen, der ein bis 1,5 Meter breit ist. Unter der Woche gilt die Räumpflicht in der Regel zwischen 7 und 20 Uhr. Am Wochenende und an Feiertagen verschiebt sich diese Zeit in den meisten Kommunen etwas nach hinten.
  • Dabei erleichtert das richtige Räummittel die Arbeit. Häufig sind Schneeschaufeln aus Holz, Aluminium oder Kunststoff gefertigt. Holz ist besonders belastbar, aber auch am schwersten.  Aluminium punktet mit einem geringen Gewicht und hoher Strapazierbarkeit. Am leichtesten sind Schaufeln aus Kunststoff, die oftmals jedoch nicht ganz so widerstandsfähig sind.
  • Für das unfallfreie Begehen der Wege im Winter ist grundsätzlich der Haus- bzw. Wohnungseigentümer verantwortlich. Dieser kann die Verpflichtung an die jeweiligen Mieter abgeben, sofern er dies im Mietvertrag oder der allgemeinen Hausordnung festlegt. Von der Überwachungs- und Kontrollpflicht entbindet dies den Vermieter allerdings nicht. Hinweis: Krankheit, berufliche Gründe oder Urlaub befreien nicht von der Räum- und Streupflicht – für diese Fälle muss eine Vertretung organisiert werden.
  • Auch Bauherren, deren Haus noch nicht vollständig fertiggestellt ist, müssen für die entsprechende Sicherheit sorgen. Sobald das Grundstück im eigenen Besitz ist, greift die Verkehrssicherungspflicht. Dies betrifft sowohl die Grundstückswege als auch den angrenzenden Bürgersteig.
  • Risiken lauern auch auf der Baustelle selbst, denn dort stehen die Arbeiten trotz winterlicher Temperaturen nicht still. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) weist immer wieder auf Gefahren wie Ausrutschen auf vereisten Wegen oder Abrutschen von Gerüsten und Dächern hin. Daher ist es aus Arbeitsschutzgründen wichtig, die Arbeitsstelle regelmäßig von Schnee zu befreien und Glatteis vorzubeugen.
  • Gegen Eisglätte ist übrigens nicht zwingend der – mancherorts sogar verbotene – Griff zum Streusalzeimer erforderlich. Splitt, Sand oder Asche sind genauso wirksam, aber deutlich umweltfreundlichere Alternativen.