Defekte Stoßstangen, Spoiler oder Seitenspiegel ausbauen, wegwerfen und durch Neuteile ersetzen? Das war einmal. Im Kfz-Handwerk wird heute deutlich nachhaltiger agiert und natürliche Ressourcen werden geschont. Das geht aus einer aktuellen Studie* des Werkstatt-Portals FabuCar im Auftrag von Berner hervor. 38 Prozent der befragten Werkstätten gaben an, spezielle Angebote für die Reparatur von Plastik- und Kunststoffteilen zu bieten. 29 Prozent der Betriebe wollen die Einführung eines solchen Service prüfen, weil sie davon überzeugt sind, vor allem umweltschonender und kostengünstiger zu werden.

Laut Studie gehört das Reparieren von Plastik- oder Kunststoffteilen in vier von zehn (38%) Kfz-Betrieben inzwischen zum Tagesgeschäft. Mehr als die Hälfte schätzt den entsprechenden Arbeitsanteil demnach auf mindestens 5 Prozent, jeder Dritte geht von 10 bis 20 Prozent aus. In vielen Werkstätten (11%) macht die Kleinschadenreparatur inzwischen sogar bereits jeden dritten bis vierten Auftrag aus.

Mit Abstand am meisten werden defekte Stoßstangen und Spoiler gefixt, gefolgt von Seitenspiegeln. Ebenfalls häufig beschädigt: Bodenplatten, Kotflügel, Kühler und Windabweiser. Immer stärker nachgefragt werden von Kunden zudem auch Reparaturen im Fahrzeuginnenraum. Türgriffe, Lüftungsregler sowie Smartphone- und Getränke-/Becherhalter sind davon besonders betroffen.

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Gefragt, was ihrer Meinung nach der größte Vorteil für den Verbraucher ist, wenn dieser kaputte Fahrzeugteile reparieren statt austauschen lässt, sind sich neun von zehn Kfz-Experten einig: „Es ist kostengünstiger.“ Interessant ist, dass die Werkstattprofis bei den weiteren Pluspunkten den Umweltaspekt (Vermeidung von Plastik-/Kunststoffmüll) noch wichtiger einschätzen als die mögliche Zeitersparnis, die sich ergibt, weil der jeweilige Autobesitzer nicht auf die Lieferung bestellter Original-Ersatzteile warten muss.  

Gute Nachricht übrigens für alle Fahrzeughalter: Die Anzahl der Werkstätten, die Plastik- und Kunststoffteile reparieren, dürfte im Laufe der nächsten Jahre deutlich zunehmen. So sagte im Rahmen der B2B-Studie von Berner fast jeder dritte Befragte (29%), dass er das Thema „grundsätzlich sehr interessant“ findet und sich deshalb gut vorstellen kann, seinen Kunden perspektivisch auch einen solchen Service anzubieten.

*Hintergrund: Im Auftrag der Berner Group hat das Werkstatt-Fachportal FabuCar 931 registrierte Nutzer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Bei den Teilnehmern handelt es sich ausschließlich um verifizierte Meister, Gesellen, Servicetechniker und Auszubildende, die alle aktiv in einem Kfz-Betrieb beschäftigt sind. Die B2B-Studie wurde im Zeitraum vom 22. Januar bis 1. Februar 2021 erhoben.

© Dateien und Abbildungen: Berner Trading Holding